Floskeln, deren Verbannung Dich sofort professioneller wirken lässt

Floskeln

Dieser Beitrag ist einer von 26, die im Rahmen von Meike Hohenwarters Blog-Parade der Life Hackademy entstanden sind. Unter dem Motto “Mach dir dein Leben leichter!” kannst Du hier alle anderen spannenden Artikel mit Life Hacks aus den Bereichen Lifestyle & Beziehungen, Investment & Karriere, Fitness & Gesundheit und Entfaltung & Spiritualität ansehen.

Achtung: Floskeln und leere Phrasen

Viele Jahre war ich Radiomoderatorin und das gesprochene Wort war mein Beruf. Als Journalistin und professionelle Texterin beobachte ich sehr genau, wer sich sprachlich wie präsentiert. Dabei gibt es Formulierungen, Floskeln und Phrasen, die mir seit vielen Jahren wiederholt begegnen. Ich möchte sie Dir nicht vorenthalten und hoffe, Deine sprachliche Präzision in der Ausdrucksfähigkeit dadurch signifikant stärken zu können.

Der “Und zwar”-Zwang

Ein schweres und weit verbreitetes Sprachleiden. Noch fataler in Kombination mit dem Wort “Folgendes”. Ich möchte mehr über das Angebot einer Person erfahren, schaue auf die Homepage und lese:

Gerne kann ich Ihnen in meiner zentral gelegenen und gut erreichbaren Praxis Folgendes anbieten: und zwar Coaching, Beratung, Training etc.

(Webseiten-Text, anonymisiert)

Warum verrät man InteressentInnen und damit potenziellen KundInnen nicht ohne Umschweife, was sie bekommen? Vielleicht soll durch die Verzögerung Hitchcock-artige Spannung erzeugt werden? Beim Begriff “Folgendes” sollte sich zumindest ein kleines Kribbeln bemerkbar machen. Ins Unermessliche gesteigert wird es, indem “und zwar” den Zugriff auf die tatsächliche Information noch weiter hinauszögert.

Mein Tipp: Lass es sein! Deine Webseiten-Besucher haben es verdient, das Gesuchte auf direktem Weg zu finden und “Klartext” zu lesen. Sie werden es Dir danken, dass Du ihre wertvolle Zeit nicht verschwendest.

Die “Sozusagen”-Manie

Diese ist eher im gesprochenen als im geschriebenen Wort zu Hause. Ich kenne Fachexperten, denen auf ihrem Gebiet kaum jemand das Wasser reichen kann. Umso unverständlicher, dass sie alles, was sie von sich geben, durch reichlich eingestreutes “sozusagen” relativieren. Besonders störend ist dies bei Vorträgen (offline und online!). Die Inhalte haben Hand und Fuß. Durch “sozusagen” laufen jedoch auch Top-ExpertInnen Gefahr, unglaubwürdig zu werden.

Mein Tipp: Bitte nicht nachmachen! Quäle Deine Zuhörer nicht mit relativierenden Floskeln. Inflationär angewendet werden sie rasch zum Ärgernis und verscheuchen Dein Publikum. Egal ob Podcast, Webinar, Online-Beratung oder Live-Vortrag.

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Der “Methoden”-Wahn

Ebenso ärgerlich wie der verschwenderische Einsatz von Füllwörtern ist ausuferndes Fachvokabular. Bei vielen meiner geschätzten BeratungskollegInnen fällt mir auf, dass sie auf ihren Webseiten erschreckend lange Auflistungen Ihrer Arbeits-Methoden haben.

NLP-systemisch-Aufstellungs-Skulpuren-Gestalt-inneres Kind-EFT-hypno-EDMR-Trauma-Klangschalen-Bachblüten-Coaching-Tools-Quanten-XYZ

(Alles klar, oder etwa nicht?)

Bei Insidern mag die Anzahl der Aus- und Weiterbildungen “Ohs” und “Ahs” auslösen, einen Laien kann es eher abschrecken, wenn er sich mit Methoden konfrontiert sieht, die ihm entweder gar nichts sagen oder – noch schlimmer – falsche Assoziationen wecken. Stichwort: Hypno…!

Mein Tipp: Versetze Dich in Deinen potenziellen Kunden hinein. Kann er etwas mit den Begriffen anfangen, die Du verwendest? Oder ist das “Branchen-Vokabular”, das er nicht kennt? Biete lieber ein Erstgespräch an, bei dem Du ihn individuell über für ihn passende Methoden informieren und aufklären kannst (falls er danach fragt). In Wahrheit ist er viel mehr an der Lösung seines Problems, also am Ergebnis interessiert.

Die “Titel”-Euphorie

Zugegeben: Österreich ist nach wie vor ein Land, in dem Titel wichtig genommen werden. Ein akademischer Grad kann mittels eines Universitätsstudiums erworben werden oder ein Titel wird ehren- (bzw. alters-)bedingt verliehen (“Professor”).  Sogar durch Heirat wird man hier zu “Frau Doktor” oder “Frau Hofrat”. Dazu kommen zahlreiche, moderne Zusatztitel, die meist durch berufsbegleitende oder postgraduale Ausbildungen zustande kommen.

Univ.-Doz. Prof. h.c. Mag. Dr. Max Mustermann BA, MAS, MSc

(Die Visitenkarte im Notizblock-Format)

Versteh mich nicht falsch: Ehre, wem Ehre gebührt. Dennoch: wenn die Titel-vor-und-nach-dem-Namen-Reihe Ausmaße annimmt, die nicht mehr in eine Zeile auf der Visitenkarte passen, ist es Zeit, die Bedeutung dieser Titel zu überdenken.

Mein Tipp: Viele Menschen können mit den Abkürzungen, das gilt insbesondere für die Buchstaben hinter dem Namen, rein gar nichts anfangen. Überfordere Deine InteressentInnen nicht, bleib am Boden und für jeden greifbar. Manche sind von einer Titelflut noch immer eingeschüchtert.

Fazit: Professionell zu texten, zu sprechen und zu wirken ist im wahrsten Sinn des Wortes einfach. Die Umsetzung für viele aber eine Herausforderung. Weniger ist mehr. Übe Dich in der Kunst der Reduktion und Zurückhaltung. Vermeide Floskeln und Füllwörter. Konzentriere Dich aufs Wesentliche. So vermittelst Du Klarheit und Professionalität in Deiner Kommunikation offline und online und gewinnst das Vertrauen Deiner zukünftigen KlientInnen.

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Ohrenkaktus

Veronika Pavlicek. Innere Stärke. Stabilität. Unkaputtbarkeit. Krisenkompetenz. Counseling. Mentoring. Walk & Talk. Radio Voice. Expertin für den Zusammenhang zwischen Stimme und Seele.

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