The Art of Reframing – Worten einen neuen Rahmen geben

Reframing

Reframing – die Kunst, Worte neu zu deuten

Sprache schafft Realität. Selten wird dies so deutlich wie beim sogenannten “Reframing”. Die Bezeichnung dieser Methode hat ihre Wurzeln in der systemischen Familientherapie nach Virginia Satir und in der Hypnotherapie nach Milton Erickson. Eine wichtige Rolle spielt Reframing auch im NLP (Neuroliguistischen Programmieren) und in der Provokativen Therapie. Und in meinen Coaching-Prozessen.

Referenz-Transformation: die Dinge mit anderen Augen betrachten

Worte, die eher eine negative Bedeutung und Wirkung haben, können plötzlich in einem ganz anderen Licht erscheinen. Ich habe diese Umdeutung besonders nützlich gefunden, wenn ich ungerechtfertigter Kritik ausgesetzt war.

“Sie sind starr und unflexibel.”

habe ich so übersetzt:

“Ich bin beständig und unbeirrbar.”

Aus

“Sie vertragen aber auch wirklich keine Kritik.”

wurde:

“Ich lasse mir eben nicht alles gefallen.”

Mittlerweile traue ich mich zu behaupten, dass es nichts gibt, das nicht in einen neuen Rahmen gefügt und so in seiner Wirkung und Bedeutung verändert werden könnte.

Was Reframing nicht ist: sich alles “schön zu reden”

Allgemeine und oft sehr hilflose Trost-Sätze wie

“Es wird schon wieder.”

“Die Zeit heilt alle Wunden.”

“Denk einfach positiv.”

bewirken eher das Gegenteil einer guten Umdeutung. Wenn es mir wirklich schlecht geht, verursachen sie sogar regelrecht Aggressionen. Die Transformation muss den Worten einen neuen, schlüssigen Sinn geben. Wenn auch der leidvolle Zustand nicht erklärt werden kann, so kann er doch aus einer neuen Perspektive betrachtet werden. Dadurch können idealerweise neue Handlungs- und Lösungsmöglichkeiten entstehen.

Gemeinsam neue Sichtweisen erschaffen

Da ich mich im Laufe meines Lebens sehr viel mit Kommunikation und Sprache beschäftigt habe, gelingt es mir meist selbst, Worte ins Positive zu transformieren. Für andere kann man es aber meist noch viel besser. Der eigene emotionale Abstand zum Gesagten und zu den Geschehnissen macht es möglich. Um uns gegenseitig beim Reframing zu unterstützen, habe ich eine Facebook-Gruppe gegründet, die das und viele weitere Aspekte der Kommunikation zum Thema hat.

Sie ist dafür da, dass Du Negativ-Sätze genau dort hineinschreiben kannst, Aussagen, die Dich verletzt haben, etwas, das Dich geärgert hat. Gemeinsam werden wir diesen Aussagen eine neue Bedeutung – und damit vielleicht sogar einen neuen Sinn – geben.

Ich freue mich, wenn Du der Gruppe beitrittst und selbst erfaährst, was alles mit dieser Methode möglich ist.

Zum Abschluss noch eine Anekdote von einer meiner USA-Reisen:

Ein Jazzmusiker war kurz davor, in ein Haus in einem anderen Stadtviertel von L.A. umzuziehen. Er war gerade dabei, seine vielen Sachen in Kisten zu packen und aus dem Appartement zu transportieren. Einige Freunde halfen ihm dabei und wollten seine Instrumenten-Koffer zu seinem Auto tragen. Bei der Ankunft am Parkplatz ertönte plötzlich hysterisches Geschrei: “Oh mein Gott, Dein Wagen wurde gestohlen.” Statt geschockt zu reagieren oder sich maßlos über die frechen Diebe aufzuregen, drehte sich der Musiker langsam in Richtung seiner Freunde um und sprach: “Well, one thing less to worry about.”

(Reframing at it´s best!)

 

About The Author

Ohrenkaktus

Veronika Pavlicek. Expertin für authentische Kommunikation. Anti-Schubladen-Mentorin. Survival Trainerin für die Seele.

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